Die zwei Seiten einer Medaille

Sonntags-Blog, 9. Januar 2022

Liebe ZenhoflerInnen,

auch wenn uns ein wässeriger Schnee von den Dächern tropft, so ist das Weiß doch eine Wohltat für das Auge. In diesem Weiß steckt so ein Leuchten. Gestern als die Sonne kurz da war, konnten wir es deutlich sehen. Heute scheint es verschwunden, doch es ist immer noch da. Unsere sich vorstellende Welt lässt es mit der Sonne untergehen, aber das Leuchten des Weiß verschwindet nicht einfach. Es ist jetzt nur anders da. Ungewohnt. Neu. Anders eben und manchmal fehlt uns die Brille, dies zu sehen, zu erfahren und zu erkennen.

So wünsche ich uns heute ein Leuchten im Herzen, auf, dass das Weiß durch uns zu leuchten beginnt.

Heute habe ich Euch keine Zeilen geschrieben, sondern ich schicke Euch einen Vortrag vom Weihnachts-Sesshin mit. Da ich vergaß das Aufnahmegerät rechtzeitig einzuschalten, erzähle ich kurz die Geschichte, die vorweg ging.

Ein Freund von Manfred war an einem See in Urlaub. Er nahm sich eines Tages vor, den See zu durchschwimmen. Als er schon fast auf der anderen Seite des Sees angekommen war, verließen ihn seine Kräfte, sein Herz wollte nicht mehr so recht und er merkte, dass es ihm nicht gelingen würde, das Ufer zu erreichen. Zu Anfang wollte er sich dem nicht stellen und er kämpfte weiter, aber es ging einfach nicht. Schließlich erzählte er, habe er einfach losgelassen und sich gesagt, Ok, dann sterbe ich jetzt. In dem Moment kam ein Boot, das ihn sah und aus dem Wasser fischte. Hier geht es weiter.

Einen schönen Sonntag und noch einen guten Start in ein neues Jahr, das hoffentlich den Menschen ihre Menschlichkeit und Ihre Zuneigung füreinander erneuert.

Gassho

Ellen

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